Glückselige Inseln – Auftanken und mehr Sicherheit gewinnen

Als Systemische Beraterin habe ich mit Menschen zu tun, die andere Menschen führen, beraten oder begleiten. Dafür braucht es besonders viel innere Sicherheit und festen Boden unter den Füßen. Und diesen hat Corona ja kräftig ins Wanken gebracht. Nach wie vor liegt die Zukunft eher im Nebel. Noch dazu scheint die Pandemie, wie durch ein Brennglas, Ängste und blinde Flecken zu verstärken und bringt uns mitunter mit Emotionen in Kontakt, die wir bisher nicht kannten. In einer meiner Klientengruppen entwickeln wir eine Art Orientierungs-Parcours, um mehr Kraft und Erdung zu gewinnen in der aktuellen Zeit. Eine Teilnehmerin wünscht sich „Glückselige Inseln“ und wir nutzen sie mit den anderen Elementen als Bodenanker. Jede Person findet so ihre eigenen glückseligen Inseln. Seither habe ich immer wieder ähnliche Parcours mit Klientengruppen entwickelt und im Raum angewendet. Die glückseligen Inseln waren immer dabei.

Es gibt sie allerdings tatsächlich: Als die „Makaronesischen Inseln“ (übersetzt „Inseln der Glückseligen“) wurden in der antiken griechischen Geografieliteratur die jenseits des Mittelmeers gelegenen Inseln vulkanischen Ursprungs bezeichnet, die wir heute als die „Kanarischen Inseln“ kennen (Wikipedia).

Holen Sie sich Ihre persönlichen glückseligen Inseln nach Hause, indem Sie selbst etwas tun, um wieder mehr Klarheit und Sicherheit zu gewinnen: Nutzen Sie den Jahreswechsel für ein inneres Ordnen und Sortieren. Widmen Sie jeder dieser Fragen ein großes Blatt und notieren Sie, was Ihnen dazu einfällt: Was ist mir gut gelungen? Welche sind meine glückseligen Inseln? Wobei tanke ich auf? Was will ich ziehen lassen? Was nehme ich mit ins neue Jahr?

Und so holen Sie sich festen Boden unter die  Füße (funktioniert auch vor dem Bildschirm): Setzen Sie sich gerade hin, stellen Sie Ihre Füße flach auf. Nehmen Sie die Verbindung Ihrer Fußsohlen mit dem Boden wahr und stellen Sie sich vor, Sie sind mit Wurzeln bis tief in die Erde hinein verbunden. Holen Sie sich beim Einatmen die Kraft aus der Erde in Ihren Körper und verbinden Sie sich  beim Ausatmen mit Ihrem Bauch.

Kommen Sie gut durch die Zeit!

 

Danke, liebe Brigitte!

Liebe Brigitte,

ich freue mich sehr, dass wir uns begegnet sind in diesem Leben. Wir trafen uns in Wiesloch im Kurs von Barbara Brink und fanden uns sofort sympathisch. Mein erstes Aufstellungsseminar. Später haben wir unsere gemeinsame Übungsgruppe gegründet und fortan regelmäßig in kleiner und größerer Runde Themen des Lebens aufgestellt – über mehrere Jahre.

Es war eine Freude, mit Dir weinen und lachen zu dürfen und Leben zu teilen. Du hast mich auf meinem Weg bestärkt und mich mehrmals mit weisen Impulsen wieder in Bewegung gebracht, hast mir Kraft und Zutrauen gegeben. Ich habe viel von Dir gelernt. Auch verdanke ich Dir den wunderbaren Kontakt zu Jumpp e.V. in Frankfurt. Du hast mich dabei begleitet, als Aufstellerin und Beraterin laufen zu lernen.

Ich Danke Dir. Ja, von Deiner Sorte gibt es nicht so viele auf dieser Welt. Du lebst weiter in meinem und in vielen anderen Herzen. Wenn ich unsere Übungsgruppe weiterführe, so wie Du es mir aufgetragen hast, wirst Du dabei sein.

Ich grüße Dich herzlich,

Beate

Darmstadt, im Dezember 2020.

(Brigitte Corpataux, 09.03.1957 – 07.10.2020. )

Wald – der Beste aller Orte!

Ich gehe in die erste Klasse einer Dorfschule. Auf Heimweg pflücke ich Blumen auf der Wiese hinter dem Schulhaus und vergesse völlig die Zeit. Mit 10 Jahren baue ich mit meinen Cousins Hüttchen am Waldrand, während alle anderen Kartoffen lesen. Mit 14 suche ich mir die schönsten Räume im Wald aus, wenn ich für mich sein und meine Ruhe haben will.

Jetzt bin ich längst erwachsen (zumindest den Jahren nach). Noch immer ist der Wald der Beste aller Orte, wenn ich innere Ruhe suche, Stille brauche und den Blick wieder auf das Wesentliche lenken will.

Auf das virtuelle Arbeiten mit Klienten und Kollegen habe ich mich schnell ein- und umgestellt. Selbst Aufstellungsarbeit scheint im virtuellen Raum zu gelingen. Da geht vieles, aber nicht alles, scheint mir.

Dennoch und gerade erst recht beginne ich das Aufstellen im Wald. Wie eindrücklich ist es, nach so langer Entbehrung der Präsenz wieder mit körperlich spürbarer Energie zu arbeiten. Nicht nur Köpfe vor Bücherregalen zu betrachten, sondern sich mit allen Sinnen zu begegnen, berufliche Themen im Grün zwischen Bäumen, im Licht- und Schattenspiel mit Vogelgezwitscher. Baum und Weg übernehmen ebenfalls eine Rolle. Diejenigen, die Anliegen einbrachten, meldeten, es waren kraftvolle Aufstellungen.

2021 geht es weiter im Wald.